MUSTOPF – KLATSCHPOPO

Vernissage: Dienstag, den 9. Juni 2026, von 19 bis 21 Uhr. Zur Einführung gibt es eine Lesung mit Texten von Gerhard Altenbourg und Horst Janssen.

Gerhard Altenbourg und Horst Janssen zählen zu den wichtigsten Künstlern der Nachkriegszeit. Mit Witz und Verve widmen sich die gleichermaßen bild- wie sprachgewaltigen Künstler zwischenmenschlichen Beziehungen und der Natur als Resonanzraum der Seele. Anlässlich des 100. Geburtstages von Gerhard Altenbourg entfaltet die erste gemeinsame Ausstellung in der Galerie St. Gertrude einen anregenden Dialog dieser beiden spielerischen Geister.

Surreale Bildfindungen, skurrile Beobachtungen und sprachliche Anverwandlungen: Gerhard Altenbourg und Horst Janssen amalgamieren Gesehenes und Erfahrenes zu äußerst eigenwilligen Arbeiten, die getragen sind von einem untrüglichen Blick für menschliches Gebaren und einer tiefen Liebe zur Natur, in der sich das eigene Selbst- und Weltverhältnis spiegelt.



Gerhard Altenbourg (1926 Rödichen-Schnepfenthal – 1989 Meißen) gehört zu den wichtigsten Künstlern der Nachkriegszeit. Obwohl er als DDR-Bürger zahlreichen Repressalien ausgesetzt war, hat er im Westen eine kontinuierlich hohe Wertschätzung erfahren. 1959 nahm er an der zweiten documenta teil und erhielt zahlreiche Auszeichnungen wie 1966 den Burda-Preis für Grafik, 1967 den Preis der II. Internationale der Zeichnung und 1968 den Will-Grohmann-Preis. Noch 1970 wurde er zum Mitglied der Westberliner Akademie der Künste berufen. Das Museum of Modern Art erwarb bereits 1961 eine Zeichnung. Erst gegen Ende der DDR erfuhr er auch in seiner Heimat die längst überfällige Anerkennung. 



So gegensätzlich ihre Temperamente auch sein mögen – der eine eher ruhig, der andere eher rebellisch –, treffen sich Horst Janssen und Gerhard Altenbourg doch in ihren Bildfindungen, die von einem surreal-verspielten, ins Phantastische ausgreifenden Geist zeugen. Bei beiden spielt zudem die Sprache eine große Rolle. Aperçus, Aphoristisches und Anekdotisches begleiten ihr bildnerisches Werk, bei Altenbourg zu professioneller, bisweilen an Morgenstern und Ringelnatz erinnernder Lyrik und philosophisch-poetischen Texten verdichtet. 



Beide Künstler begegnen sich vor allem in ihrem Sinn für’s Skurrile und Surreale menschlichen Daseins und dem „Eingehen in die Landschaft“, wie Janssen es formuliert hat. MUSTOPF – KLATSCHPOPO, einem der zahlreichen phantasievollen Bildtitel Altenbourgs entliehen, eröffnet einen äußerst reizvollen Dialog dieser bislang noch nicht gemeinsam präsentierten Künstler. 
 

Text: Veronika Schöne

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