Biography

Hannah Höch, geb. 1889 als Anna Therese Johanne Höch in Gotha, studierte an der Kunstgewerbeschule und an der Unterrichtsanstalt des Königlichen Kunstgewerbemuseums in Berlin u.a. bei Emil Orlik. Ab 1916 entwirft sie rund zehn Jahre lang Stickerei- und Spitzenmuster für Handarbeitshefte des Ullstein-Verlages. Ab 1917 schließt sie sich dem Berliner Dadaistenkreis an, ab 1918 besucht sie die Treffen der Novembergruppe. Sie pflegt über die Jahre zahlreiche Bekanntschaften und Freundschaften mit herausragenden Avantgarde-Künstlern. Gemeinsam mit Raoul Hausmann entwickelt sie die Idee einer politischen Fotomontage, die sie 1919 in ihren wohl berühmtesten Werken, „Dada-Rundschau" und „Schnitt mit dem Küchenmesser Dada durch die letzte Weimarer Bierbauch-Kulturepoche Deutschlands" umsetzt.

CV

Leben

1889
geboren in Gotha als Anna Therese Johanne Höch
1912 – 1914
Studium an der Kunstgewerbeschule Berlin
1915
Fortsetzung des Studiums an der Unterrichtsanstalt des Königlichen Kunstgewerbemuseums ​in Berlin u.a. bei Emil Orlik; Bekanntschaft mit Raoul Hausmann und George Grosz
1916 – 1926
Entwurfszeichnerin für den Ullstein-Verlag
1916
erste Collagen
1917
Bekanntschaft mit George Grosz, Wieland Herzfelde und John Heartfield
1918
Gründung des Berliner „Club Dada", zu dessen Mitgliedern Höch zählt; Beginn einer lebenslangen, von künstlerischer Zusammenarbeit geprägten Freundschaft mit Kurt Schwitters; Teilnahme an den Treffen der Novembergruppe
1921
Anti-Dada-Merz-Tournee mit Hausmann und dem Ehepaar Schwitters
1922
Trennung von Hausmann
1923
Freundschaft mit Sophie Taeuber und Hans Arp Arp; Fotomontagen-Serie „Porträts"
1924
erste Paris-Reise; Begegnung mit Mondrian und „De Stijl"; Freundschaft mit Nelly und Theo van Doesburg
1925
entwirft Bühnenbild und Figurinen für eine „Anti-Revue" mit Schwitters und Hans Heinz Stuckenschmidt, nie realisiert; Fotomontagen „Aus einem ethnographischen Museum"
1926
Begegnung mit der holländischen Schrifstellerin Til Brugman, mit der sie bis 1936 zusammenlebt; Umzug nach Den Haag
1929
Rückkehr nach Berlin
1933
Höchs Werke gelten als „entartet", namentliche Erwähnung in der „Säuberungsfibel" von Willrich
1935
Trennung von Brugmann
1938
Heirat mit dem wesentlich jüngeren Kaufmann und Konzertpianisten Kurt Matthies
1939
Rückzug nach Berlin-Heiligensee in ein eigenes Haus; vergräbt ihre Dada-Sammlung im Garten und rettet sie dadurch über den Krieg
1944
Scheidung
1945
rege Teilnahme am entstehenden Kunstbetrieb durch Ausstellungen und Vorträge
1950
Mitbegründerin des Berufsverbandes Bildender Künstler Berlin
1961
Ehrengast in der Villa Massimo, Rom
1965
Mitglied der Akademie der Künste, Berlin
1978
stirbt am 31. Mai und wird in Heiligensee begraben

Ausstellungen (Auswahl)

2008
„Hannah Höch: Aller Anfang ist DADA!", Berlinische Galerie, Berlin (Solo)
1984
„Hannah Höch (1889-1978): Collagen", Institut für Auslandsbeziehungen mit anschließender internationaler Ausstellungstournee (Solo)
1976
„Hannah Höch: Collagen, Gemälde, Aquarelle, Gouachen, Zeichnungen": umfassende Retrospektive im Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris und der Nationalgalerie, Berlin (Solo)
1971
„Hannah Höch: Collagen aus den Jahren 1916-1971", Akademie der Künste, Berlin (Solo)
1968
„Dada, Surrealism and Their Heritage", Museum of Modern Art, New York
1961
„The Art of Assemblage", Museum of Modern Art, New York
1959
„Exposition Internationale du Surréalisme", Galerie Daniel Cordier, Paris
1958
„Dada: Dokumente einer Bewegung", Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Kunsthalle, Düsseldorf
1949
erste große Einzelausstellung in der Galerie Franz, Berlin, anlässlich ihres 60. Geburtstages
1946
„Fantasten", Galerie Gerd Rosen, Berlin
1936
„Fantastic Art, Dada, Surrealism" im Museum of Modern Art, New York
1932
erste deutsche Einzelausstellung im Bauhaus Dessau wird von den Nazis verhindert; „Exposition Internationale de la Photographie", Palais de Beaux-Arts, Brüssel
1931
„Fotomontage" im Kunstgewerbemuseum Berlin und „Frauen in Not" zum Abtreibungsparagraphen 218.
1929
erste Einzelausstellung in der Galerie De Bron, Den Haag; Wanderausstellung „Film und Foto" des Deutschen Werkbunds
1921
„Große Berliner Kunstausstellung"
1919
„Erste Berliner Dada-Ausstellung" in der Galerie Neumann, Berlin
1918
„Erste Internationale Dada-Messe" in der Buchhandlung Dr. Otto Burchard