Info


Jürgen Brodwolfs Erkennungsmerkmal ist die menschliche Figur. Aus leeren Farbtuben modelliert, beherrscht sie seit den späten 1950er Jahren sein Schaffen und spiegelt in unnachahmlicher Weise essenzielle menschliche Erfahrungen und Emotionen wider. Die „Tubenfigur“ stellt für Brodwolf, der zu den wichtigsten Vertretern figurativer Kunst gehört, eine „archetypische, idolhafte Kunstfigur“ dar. Aufgrund ihrer Körpersprache kann sie Lachen oder Weinen, Einsamkeit oder Nähe zum Ausdruck bringen.

Durch den Nachbau der kleinen Figuren mit Bleiblech in größeren Dimensionen steigert er in den 1960er Jahren ihre Präsenz. Seit Beginn der 1970er Jahre nutzt Brodwolf zunehmend textile Gewebe. Er bearbeitet die Oberflächen mit Kaffeesatz, Tinte, Tusche, Schlämmkreide oder flüssigem Wachs und prägt seinen Werken damit nicht nur inhaltlich, sondern auch materiell die Spuren des Lebens ein.



Durch die erstaunlich vielfältigen Variationen einer Grundform hat Brodwolf ein Gesamtwerk geschaffen, das durch Konsequenz und Geschlossenheit überzeugt. Der Erfolg seiner Formfindungen zeigt sich in den zahlreichen Ausstellungen und Preisen, welche sein Schaffen seit den 1970er Jahren begleiten.